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Union will Gesetz zur Informationsfreiheit abschaffen

Union will Gesetz zur Informationsfreiheit abschaffen Deckel zu (Foto: Thomas Trutschel/picturedesk.com)

Die Ampel-Koalition hatte eigentlich geplant, die Transparenzpflichten von Behörden auszubauen. Die Reform war seinerzeit gescheitert. Nun will die Union das entsprechende Gesetz ganz abschaffen.

Berlin (KNA) – Die Unionsparteien CDU und CSU wollen das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) „in seiner bisherigen Form“ abschaffen. Das geht aus dem internen Verhandlungspapier der zuständigen Arbeitsgruppe in den Koalitionsverhandlungen hervor, über das am Mittwoch zunächst das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete und das von der Online-Plattform „Frag den Staat“ öffentlich gemacht wurde.

 

Das IFG gibt es seit 2006. Es verpflichtet Behörden dazu, auf Antrag von Bürgern Dokumente und Informationen herauszugeben und wird vor allem von Journalisten genutzt, um für ihre Recherchen an interne Daten von staatlichen Stellen zu kommen. Auch die meisten Bundesländer haben ähnliche Gesetze, die Landesbehörden unterschiedliche strenge Vorgaben in Sachen Informationsfreiheit machen.

 

Ampel scheiterte beim Transparenzgesetz

Die Ampel-Koalition hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag 2021 eigentlich vorgenommen, das Gesetz zu einem Transparenzgesetz auszuweiten, das noch mehr Veröffentlichungspflichten für Behörden hätte enthalten können. Der Reformentwurf scheiterte seinerzeit aber am SPD-geführten Innenministerium.

 

Aus dem nun veröffentlichten Verhandlungspapier geht hervor, dass die SPD der Abschaffung des IFG bislang nicht zugestimmt hat. Der Punkt fließt also in die in den kommenden Tagen anstehenden Verhandlungen der Parteispitzen ein.

 

DJV: Gefährdung des Journalismus

Der Deutsche Journalisten-Verband warnt die Union davor, das Informationsfreiheitsgesetz abzuschaffen oder abzuschwächen. „Wer die Transparenz einschränken möchte, hat offensichtlich etwas zu verbergen und gefährdet damit den Journalismus und die Demokratie zugunsten von Machterhalt und undurchsichtigen Machenschaften“, kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Er fordert die Union auf, das Vorhaben rasch zu verwerfen und sich stattdessen für mehr Transparenz einzusetzen, die in Deutschland noch viel Potential nach oben hat.