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KNA

Sparkurs: RBB legt Redaktionen zusammen

Schon länger hatte der RBB angekündigt, noch in diesem Jahr mehr als 250 Stellen zu streichen. Nun verkündete die Senderspitze erste Maßnahmen. Wer davon betroffen ist.

Berlin (KNA) – Die Sanierung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) nimmt erste konkrete Formen an. Der Sparkurs verfolgt zwei Ziele: die Zahlungsfähigkeit und die digitale Transformation des Senders zu sichern. Am Freitag stellte die Senderspitze der Belegschaft rund 150 Vorschläge vor, mit denen das Einsparziel von 22 Millionen Euro erreicht werden soll. Kern ist ein bereits angekündigter Abbau von 254 Stellen in fester wie in freier Mitarbeit.

 

Intendantin Ulrike Demmer sagte, der nachhaltige Umbau des Senders sei unausweichlich und schmerzhaft. „Wir werden aber so programmschonend wie möglich sparen und sicherstellen, dass der Sender weiterhin in Innovation und Programmentwicklung investieren kann.“

 

Abbau von Führungsebenen

Damit betriebsbedingte Kündigungen und Beendigungen möglichst vermieden werden, plant der RBB Vorruhestandsregelungen oder die einvernehmliche Aufhebung von Arbeitsverhältnissen. Die Reduzierung der Belegschaft soll sich quer durch die öffentlich-rechtliche Anstalt ziehen. Verschlankung von Strukturen, Verringerung von Aufwand in Produktion und Verwaltung, Abbau von Führungsebenen, die Zusammenlegung von Organisationseinheiten, Optimierung von Prozessen sowie Veränderungen des Programmangebotes sollten Hand in Hand gehen.

 

Das heißt auch, dass erstmals seit der Fusion von Sender Freies Berlin und Ostdeutschem Rundfunk Brandenburg 2003 zum RBB der Personalaufwand der Zweiländeranstalt in einem solchen Umfang reduziert werden soll.

 

Laut RBB-Spitze folgt dieser Prozess den strategischen Leitplanken des „Zielbilds 2028“, das Intendantin Demmer aber noch nicht öffentlich ausformuliert hat. Personalabbau und Senderumbau sollen so schnell wie möglich geschehen, um „die Phase der Unsicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurz zu halten“, wie es in einer Pressemitteilung des Senders heißt.

 

Gemeinsame Redaktionen

Die Sparmaßnahmen werden für die Beitragszahler in Berlin-Brandenburg hörbar und sehbar. Im Hörfunk werden die Nachrichtenredaktionen aller fünf Programme zusammengeführt. Im Ergebnis kann das bedeuten, dass die bisher je nach Welle ausgerichteten Nachrichten vereinheitlicht werden.

 

Auch das TV-Angebot wird verändert. Das Fernsehformat „Der Tag“ soll laut RBB auf den Samstag ausgeweitet werden und damit das „Heimatjournal“ inhaltlich übernehmen, das künftig wegfällt. „Der Tag“ soll dann zu gleichen Teilen aus Brandenburg und Berlin senden. Beim Programm für das jüngste Publikum will sich der RBB auf die Marke „Unser Sandmännchen“ konzentrieren und dafür den Podcast „Ohrenbär“ einstellen. Das Videotext-Angebot rbbtext solle durch neuere, zukunftsweisende Text-Technologien ersetzt werden.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen zu den geplanten Maßnahmen schriftlich Stellung beziehen und alternative Maßnahmen zur Konsolidierung vorschlagen können. Workshops und Gespräche sollen sich anschließen.